Offroad durch den Kaukasus. Bis es kracht....

 

 

Georgien ist ein riesiges Outdoor und natürlich auch Offroad-Paradies. Die Blickwinkel die sich uns ergeben haben, wenn man auf die hohen Gebirgsketten zufährt oder diese an der Grenze zu Russland quert, sind gewaltig beindruckend und majestätisch. Landschaft und Natur in Georgien ist Balsam für unsere Seelen. Sei es kurz vor dem Gletscher in Ushguli oder an einem der schönen Seen im mittleren Kaukasus. Die meiste Zeit sind wir alleine unterwegs gewesen. Viel Verkehr gibt es auch nicht, da wo wir rumfahren. Wir lassen uns treiben. 

Selbstverständlich besuchten wir die wichtigen Sehenswürdigkeiten, meist Klöster und Kirchen, auch die legendären Felsstadt Uplisziche, standen auf der Routenplanung . Wir fanden, wie immer in Georgien, wunderschöne Stellplätze zum Verweilen. Mal stehen wir nur eine Nacht. Dann wieder für Tage. In Mestia und  Ushguli verbringen wir fast zwei Wochen. Wir genießen die Natur in vollen Zügen und unternehmen zwischendurch kleinere und größere Wanderungen. Jeder Tag ist ein neues Abenteuer und wir lernen unterwegs auch wieder die georgische Gastreundschaft kennen. Wir wurden eingeladen zu selbstgemachter Butter und Brot, mit kernigen Chacach (selbstgebranter Tresterschnaps) versorgt oder mit köstlichen Wein verwöhnt. Wir revanchierten uns aber auch indem wir zur Hilfe eilen, als ein havarierter Mercedes von der Straße geschleppt werden muss. Gern geschehen!  

Meistens sind wir auf den sehr kleinen und einsamen Pisten unterwegs gewesen. Aber auch die mittleren Verbindungstraße im Kaukasus sind oft in einem hundsmiserablen Zustand. Und nach Regenfällen, die wir öfters hatten, begannen die fröhliche Schlammspiele. Durchschnittsgeschwindigkeit oder Tageskilometer lesen wir irgendwann gar nicht mehr ab. Wir fuhren wie es uns gefällt, so wie wir eben weiterkommen. Und wenn wir  wieder ein schönes Plätzchen sahen, hielten wir an. 

Rund fünf fünf Wochen sind wir durch das Land getourt. 2.200 Kilometer. Kreuz und Quer.  Alles im Detail zu beschreiben, was wir unterwegs alles so erlebt haben, würde einfach den Rahmen sprengen. Aber fast am Ende unserer Reise in Geeorgien,  am Omalo Pass (2980 m in Tuschetien), wurde es dann doch zu eng für den MOG. Beim Rangieren wegen Gegenverkehr beschädigen wir unsere Wohnkabine oben links am Eck. Das zwingt uns jetzt leider zu einer Planänderung. Wir möchten unbedingt die Kabine wieder fachmännisch reparieren lassen. Doch in Georgien kann uns niemand wirklich helfen. Die angeboteten provisorischen Reparaturen im Großraum Tiflis kommen für uns vorerst mal nicht in Frage. Deshalb drehen wir ab gen "Westen". (Heute ist der 6.August 2018) Die nächsten Tage werden wir Richtung Trabzon (Türkei) fahren. Dort an der Küste gibt es hoffentlich auch Bootsbaubetriebe, die die richtigen Materialen und  Kleber haben und das demolierete Eck wieder instandzusetzten.  Bis auf Weiteres sagen wir deshalb "Tschüß" - bis bald!

 

 Aber bevor wir uns aus dem Staub machen: ein paar Bildergalerien über unsere Kaukasus-Erlebnisse und die Straßen in dieser Gegend.

 


MOGbilder: Unterwegs auf den Gebirgspisten im mittleren und hohen Kaukasus.


Klöster, Kirchen und Kapellen. 

 

Also ehrlich: Wir wissen gar nicht mehr wie viele wir uns angesehen haben. Und irgendwan kann man auch keine mehr sehen. Laut Wikipedia gibt es in Georgien 700 aktive Kirchen und Klöster. Wahrscheinlich sind es aber sehr viel mehr - so unser Empfinden. Manchen liegen direkt oder unweit der Hauptverbindungstraßen. Andere sind so abgelegen, dass man hinwandern muss. Und deshalb haben wir einfach den "MonastryChurchContest" (MCC) erfunden. 

 

And the Winner is: The Rkoni Monastry

 

Das kleine Kloster liegt am Rande des Alegti Nationalparks. (41.80717N 44.22437E)  in rund 920 Meter Höhe. Am Ende der 30 Kilometer langen Schotter- und Geröllpiste führt ein kleiner Pfad hinauf durch den Wald und kreuzt den Fluß drei Mal. Der Weg ist beschwerlich. Über eine alte Steinbrücke, die angeblich von der Königin Tamar gestiftet wurde, erreicht man den Klosterhof. Das Kloster selbst besticht vor allem durch seine Bescheidenheit und Ruhe. Instand gehalten wird es von den Mönchen die dort im Sommer leben.

 

2. Platz: Kloster Schalta

 

Obwohl die Lage und Architektur recht unspektakulär ist vergeben wir den 2. Platz an das Kloster Schalta. Gerade als wir vorbeifuhren war Messe. Wir durften uns ganz hinten an die Kirchenmauer stellen und dem Männerchor lauschen, während der Bischoff die  Messe zelebrierte. Für uns  war das ein ganz besonderes Erlebnis. Denn außer den Messdienern und dem Männerchor waren nur vier weitere Besucher aus dem nahegelegenen Dorf  in der Messe. 

Platz 3: Kloster Martvili

 

Der gepflegte Gesamtkomplex oben auf dem Hügel hat uns sehr gefallen. Eine große Gartenanlage umschliesst das Klostergelände auf das man mit der Seilbahn hinauffahren kann. Platz 3 auch deshalb, weil Betrieb war. Eine Hochzeitsgesellschaft rauschte gerade an.


Wanderlust und Natur. Die Vielfalt des Kaukasus. 


Und zum Schluss: Die "Schwaben Connection" trifft sich in Georgien. 

 

Und immer wieder treffen wir Langzeit-Reisende wie wir. Zu einem wahren "Dauerbrenner" in unserem neumonatigen Nomadenleben haben sich Sara und Mirko entwickelt. Wir sind uns das erste Mal Anfang Dezember 2017 in Shiraz über den Weg gefahren. Seit dem kreuzten sich unsere Wege immer wieder. Wir verschifften gemeinsam mit Peter und Anja aus München in die Emirate und sahen uns dann im Oman wieder. Und plötzlich fuhren sie uns in Georgien wieder in die "Quere". Die beiden nehmen immer wieder Freunde in ihrem großen Daimler mit, diesmal sind sie für ein paar Tage mit "Massi" aus dem Iran unterwegs. Wir treffen uns in der Nähe von Batumi und verbringen zwei sehr entspannte Tage am Meer. Dann geht es für die beiden zurück in Richtung Deutschland. Das eine Jahr Auszeit ist vorbei. War toll mit euch! Und wir sehen uns! Nachdem wir unsere Stamm-Radlerin, Manu aus Leipzig, in Georgien "verloren" haben, sie ist inzwischen schon in Rumänien und auf dem Weg nach Hause, brauchten wir "Ersatz". Das sind "Nikki" und Andreas aus Stuttgart. Die beiden haben schon viel in der Welt "erradelt" und sind in den Iran unterwegs. In Georgien fahren wir das erste Mal im mittleren Kaukasus entgegen. Seitdem treffen wir uns laufend immer wieder. Entweder sind wir so langsam unterwegs - oder die Radler so schnell. Und last but not least treffen wir in Ushguli auch noch Ralf und Nele. Ralf hat lange in Stuttgart geabeitet und ist mit seiner Frau Nele auch länger unterwegs. Sie sind inzwischen in Armenien.