Liebe Freunde und Wegbegleiter!

 

Wir sind wieder unterwegs. Der Unimog ist verkauft und wir haben in unserer Winterpause den Reisebegleiter gewechselt. Wie "sprinten" jetzt. Selbstverständlich mit Allradantrieb. Mit der neuen Rubrik "Auf dem Weg in die Mongolei" haben wir jetzt auch ein kleines Reisetagebuch aufgeschlagen. Hier gibt es Bilder und Reisenotizen von unterwegs. Mit dieser Lösung möchten wir euch so aktuell wie möglich auf dem Laufenden halten , speziell für alle diejenigen, die uns auf Facebook nicht folgen.

 

Selbstverständlich werden wir euch auch wieder mit Schwerpunktthemen aus unseren Reiseländern informieren.  Wie ihr aber aus der ersten Reiserunde in den Oman und zurück wisst, kann das hin und wieder ein bisschen dauern, bis wir eine gute und stabile WLAN-Verbindung haben um die Website mit Bildern und längeren Texten zu füttern.


20.03.2019.  Abfahrt in Kämpfelbach.

Auf unserer Anreise nach Venedig hat uns in der Nacht von Sonntag auf Montag der Schneemann überrascht. Und das im Allgäu! Der Reiseproviant unserer Freunde macht die Auswahl bei der Brotzeit nicht gerade leicht. Geht’s uns gut!


Da unsere Fähre nach Igoumenitsa erst am frühen morgen um 4:00 Uhr ablegt, bummeln wir noch ein bisschen durch die Lagunenstadt.  Aber es ist recht kalt und es pfeift ein frischer Wind durch die Gassen. Venedig ist aber kein billiges Plaster. Parkplatz, Vaporetto und eine Kleinigkeit zum Essen. Schwupps ist man schnell über 100 Euro los, für ein paar Stunden. Abends fahren wir in den Fährhafen und hauen uns schon mal aufs Ohr. Gegen 2 Uhr weckt uns die Schiffsmannschaft, wir fahren den Sprinter auf die Fähre und beziehen unsere Kabine. Die 28 Stunden Schifffahrt vertreiben wir uns mit lesen und Claudia übt und lernt schon mal ein paar russische Wörter, Redewendungen und vor allem die Schrift....


Es gehört einfach in die Chronologie unserer Reise. Wir sind zurück in Thessaloniki und besuchen Christos und Vaso.  Christos hat eine Unimog-Werkstatt und beherbergte uns in seinem Haus als der Unimog von seinen Leuten in der Werkstatt wieder auf Vordermann gebracht wurde.  Christo staunte nicht schlecht, als wir mit dem "MiniMog" vorfuhren. Da es diesmal nichts zu reparieren gab, fuhren wir in sein Haus und verbrachten einen wunderbaren Abend mit griechischen Spezialitäten aus dem Ofengrill. Dann ging es aber schon ruck zuck weiter Richtung Türkei. Kurz vor der Grenze knackten wir die 100.000er und fanden einen netten Übernachtungsplatz im Hafen von Mafri.

Merhaba! Die Türkei ist diesmal nur ein Transitland für uns. Wir legen noch einen kurzen Zwischenstopp in Bursa ein. Die viertgrößte Stadt der Türkei gefällt uns ausgenommen gut. Der Altstadtbereich ist ein riesengroßer Bazar und der kleine Seidenbazar eine Fundgrube handwerklicher Webkunst. Am nächsten Tag nehmen wir die knapp 2000 Kilometer bis nach Tiflis unter die Räder und bereits zwei Tage später erreichen wir die Grenze zu Georgien. Hui, das ging aber flott. Wir "sprinten" jetzt....


Wir entscheiden uns über den kleinen Grenzübergang hinter Posof (TR) zur georgischen Grenze zu fahren. Dabei queren wir bei strahlenden Sonnenschein die Ausläufer des Kackar-Gebirges und durchfahren noch tief verschneite Hochtäler bis wir die georgische Grenze erreichen. 


Wir sind wieder in Georgien! Nach der Grenze suchen wir einen Übernachtungsplatz abseits der Hauptstraße. Dazu biegen wir in der Gegend um Achaltsikhe in eine kleine Straße ab, die in die umliegenden Berge führt. Die Straße wird zur Piste, die Piste zu einem schlammigen Pfad. Dieser endet bei drei kleinen Bauerhöfen. Und schwupps war es um uns geschehen: Kaum haben wir den Sprinter waagrecht gestellt und fragen den jungen Bauern ob wir hier stehen bleiben dürfen, sitzen wir schon im Wohnzimmer der Familie Lomizde am Küchentisch. Die Oma zaubert am Herd köstlich schmeckende Eintöpfe aus Bohnen und Tomaten, schneidet den frischen Käse auf und fischt eingelegtes Gemüse und Früchte aus dem Einmachglas. Ja, das ist Georgien, wie wir es immer wieder erlebt haben.  Was für ein Willkommen... 


Tiblisi. Fast wia dahoam! Mit traumwandlerischer Sicherheit fahren wir in die Stadt, biegen rechtzeitig auf die richtigen Fahrspuren ab und finden sofort den Weg über die richtigen Brücken zu unserem Stadtplatz bei der Public Hall. Mein Gott, fährt es uns in den Kopf. "Wia dahoam". Am Abend kommen uns Teo und ihr Freund Sabu besuchen. Es ist schon spät. Teo muß bis 21.00Uhr arbeiten, aber wir finden noch ein Restaurant wo kräftig aufgetischt wird. Mit dabei in dieser lustigen Willkommensrunde ist Josef. Er lebt seit x-Jahren in Georgien, ist Landwirt und sollte hier im Land einmal eine größere Viehzucht aufbauen. Aber irgendwie hat alles nicht geklappt. Doch Josef gibt nicht auf. Er hofft und glaubt an eine neue Chance und ist kräftig am planen um das nächste Projekt in Georgien zu starten. Es wird spät an diesem Abend, ähem.... früh, als wir auf unseren Parkplatz zum Sprinter zurückkehren.

Am nächsten Tag ziehen wir auf die andere Flußseite um. Diesen Teil der Stadt kennen wir nicht so gut. Wir quartieren uns vor dem "Fabrika" ein. Eine ehemalige Kleiderfabrik aus den Zeiten der Sowjetunion. Heute ist die "Fabrika" ein urbanes Center mit kleinen Läden, Büros, netten Restaurants, Bars, einer Wäscherei und Hostel. Hier pulst das frische und junge Leben Tiflis. Wir fühlen uns wieder "wia dahoam". Tiflis was machst Du nur mir uns? Und da das Wetter uns heute nicht besonders mag, machen wir es uns hier gemütlich. Morgen geht es weiter, in den Vasholovani National Park, an der Grenze zu Aserbaijtschan. Und dann ist Baku nicht mehr weit....